Da war doch was…?

2012 war soweit ich mich erinnere ganz ok.

Das neue Jahr hatte zwar ziemlich bescheiden angefangen. Wir waren bei (jetzt ehemaligen) Freunden zu Silvester eingeladen und die haben sich untereinander sowas von gezofft! JuniorI hat das Ganze so angekotzt, dass er sich lauthals ins Klo übergeben hat und dann einfach um 23h einschlief. FreundMann war um Mitternacht beleidigt in der Toilette eingeschlossen, FreundFrau sass mit verheultem Gesicht auf dem Sofa. Der einzige der sich freute war Junior II, der hat nämlich am 1.1. Geburtstag und ihm war klar, dass er sich seinen Ehrentag nicht vermiesen lassen würde. Er ist unglaublich hartnäckig und hat alle langen Gesichter demonstrativ übersehen, das gute Kind. Recht hat er, da freut man sich ein ganzes Jahr auf seinen Tag und da haben so ein paar Erwachsene das Gefühl, sich so anstrengend benehmen zu müssen. Wir haben dann um Mittternacht mit Cola angestossen und sind nach einem kurzen Geschenkeauspacken von JuniorII ins Bett gekrochen.

Im Feburar waren wir Skifahren. Eine tolle Woche, bloss sind unterdessen dieses befreundete Ehepaar auch getrennt…(auch da haben wir absolut nichts mit zu tun! Ich schwöre!!). Im Februar habe ich auch meine neue Arbeitsstelle angetreten, ein toller Job, ich liebe ihn!

Im März war, öhm, einfach März.

Im April wurde JuniorI 10 Jahre alt und wir haben eine Turnhalle gemietet, damit er seine ganzen Fussballclubkollegen einladen konnte. DAS war eine Party sage ich euch, ich zittere heute noch beim Gedanken daran. Merke: vergesst es, er wird zum Glück nur 1x 10 Jahre alt.

Mai, Juni, alles wartet auf die Sommerferien

Im Juli waren wir in der Toscana, ich hatte mich riesig darauf gefreut, jedoch vergessen, dass zum Landleben IMMER Mücken dazu gehören. Und Mücken sind meine personifizierten Erzfeinde. Die haben es IMMER alle auf mich abgesehen und die Stiche schwellen so an, dass ich aussehe, als hätte ich Cellulite, auch dort, wo ich sonst keine habe! Merke: Reise nur noch mit Mosquitonetz!

Im August wurden unsere Januar-beste-Freunde unsere Ex-Freunde. Ich hatte einen Termin vergessen und daraufhin hat der FreundMann kein Wort mehr mit mir geredet. Tut er auch heute noch nicht. Ich möchte anfügen, dass dieser Termin eine lose Abmachung war, dass die Jungs etwas zusammen trinken gehen…ich habe keine Überraschungsparty mit 150 geladenen Gästen in den Sand gesetzt, oder so…! Merke: „Freunde“ die um nichts ein „Geschiss“ machen, sind anstrengend und gehören entsorgt.

September, warten auf die Herbstferien

Oktober, 1 Woche Tenerife, so total entspannend mit bloss Pool, Essen und chillen. Mann war das nötig!

November, Aufschieben der Dinge, die unbedingt vor Weihnachten noch erledigt werden müssen.

Dezember, hysterisches Abhaken der Dinge, die unbedingt noch vor Weihnachten erledigt werden müssen, der Versuch von Besinnlichkeit und die Freude, wenn die Festtage rum sind, bloss um zu erkennen, dass es am 1.1. mit dem Geburtstag von JuniorII weitergeht und man am 31.12. zu den allgmeinen Vorbereitungen zum Jahreswechsel noch zwei Kuchen backen sollte…und einen Jahresrückblick schreiben wollte…

(Hätte ich meinen Blog schon länger, gäbe es hübsche Links zu all diesen Erlebnissen, habe ich aber nicht, darum, nix Link. )

Meinen 2 Lesern und allen dazukommenden wünsche ich ein tolles 2013. Rockt das Haus, Leute!

 

 

Quellfrisch beim…Lesen – Digitale Demenz vs Netzgemüse

Die Weihnachtstage sind ja nicht nur dafür da, sich sinnlos voll zu fressen und nett zu sein, obwohl man das eigentlich gar nicht ist sein möchte. Nein, ich nutze die Tage, um mich mit Büchern aufs Sofa zu verkriechen. Und da ich mich noch nicht dazu durchringen konnte „50 Shades of Grey“ zu lesen, obwohl es schon seit 2 Wochen auf meinem Nachttischchen liegt, habe ich mein Hirn mit etwas anspruchsvollerem (?) beschäftigt.

In der roten Ecke:

Digitale Demenz – Manfred Spitzer,

  • Kampfgewicht inkl. Quellenangabe 361 Seiten
  • Stärken: aktuelle wissenschaftliche Erklärungen, z.T spannende Studien, Gehirnforschungsergebnisse
  • Schwächen: Wiederholungen, alle Medien sind böhöse!

In der blauen Ecke:

Netzgemüse – Johnny und Tanja Häusler, Kampfgewicht inkl. Quellenangabe, ups, da gibt’s gar keine, 288 Seiten

  • Stärken: leichter Lesefluss, moderne Aufmachung, guten Einstieg für Anfänger in all das Mediengedöns
  • Schwächen: Hinweise auf Studien ohne jegliche Quellenangabe, alle Medien sind toholl!

Ring frei!

Ich war sehr neugierig auf das Buch „Digitale Demenz“. Als Mutter kämpfe ich ja immer wieder mit meinem schlechten Gewissen, was den Medienkonsum meiner Jungs anbelangt. Daher hatte ich ein wenig „schiss“, dass mir Hr. Prof. Dr. Dr. Spitzer bestätigen würde, dass ich als Mutter total versagt hätte. Tatsache ist jedoch, das nichts in der Richtung geschah. Im Gegenteil, ich fühlte mich nach dem Lesen dieses Buches gut. Spitzer bestätigte all die Dinge, die ich eigentlich schon wusste: unkontrollierter Medienkonsum führt zu schlechteren Schulergebnissen, unkontrollierter Medienkonsum macht unzufrieden, unkontrollierter Medienkonsum ist nichts für kleine Kinder, die Teletubbies machen doof, Multitasking ist eine Fähigkeit, die einem nichts nützt, wenn man sich auf etwas fokussieren muss. Logisch muss man die Texte des Autors etwas abstrahieren, da es für mich als internet-affine Person keine Option ist, meinen Kids jeglichen Umgang mit den Medien zu verbieten. Prof. Spitzer ist in seinen Aussagen ziemlich krass, denn bloss weil ich Medien nutze, google und einen mit meinem Mann synchronisierten Kalender habe, höre ich ja nicht auf, selbst  zu denken, zumindest nicht ganz. Jedoch ist die Gefahr, sich immer mehr auf die „Hilfe“ von Medien zu verlassen offensichtlich gegeben. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich mir Dinge einfach nicht merke, weil ich weiss, dass ich sie lockerflockig googlen kann, wenn ich sie dann mal brauche. Gleiches passierte mir soeben auch mit einem Film, den ich meinem Mann zum Gucken vorschlagen wollte: „Weisst du, das ist so ein Politthriller, klingt spannend, die Schauspieler hab ich vergessen, die Handlung auch, aber die Seite ist auf dem Mac noch geöffnet…Also schon bestens auf dem Weg in die digitale Demenz! „Spannend wie der Prof. erklärt, dass das „be-greifen der Umwelt“ nur über eigene Erfahrungen passieren kann, wussten wir aber alles vorher schon, nicht? Meiner Meinung nach ist darum die Gefahr für uns bereits infizierten zwar gegeben, denn ich liebe alle diese Möglichkeiten und Apps, die mir das Leben einfacher(?) machen. Aber dadurch, dass wir alle diese Dinge schon mal in „echt“ erfahren haben, glaube ich nicht, dass die Gefahr besonders hoch ist. Doch was ist mit den Jungs? Bringen sie sich tatsächlich um die Erfahrungen des Lernen? Ist es nötig, dass man ganze Gedichte auswendig aufsagen kann? Ich glaube, dass auch hier mal wieder die goldene Mitte gefunden werden muss. Heisst für mich: solange die Jungs alle elektronische Geräte sofort hinschmeissen, wenn ein Nachbarskind zum draussen Spielen ruft, ist alles soweit in Butter. Hausaufgaben müssen sowieso vorher erledigt werden und der Medienkonsum ist zeitlich eingeschränkt. Was die Kids anbelangt, machen wir mal so weiter.

Fazit: Buch trotz Vorbehalt lesen, lohnt sich, wenn man einiges abstrahieren kann.

„Netzgemüse“ hatte ich mir extra in der Bücherei bestellen lassen und ich war ziemlich gespannt, wie es bei mir ankommen würde. Interessanterweise war ich dem Buch  gegenüber schon nach wenigen Seiten ziemlich kritisch eingestellt. Die offene Art und Weise, wie die Häuslers mit ihrem Nachwuchs umgehen finde ich toll, jedoch gehen ihre Zugeständnisse den Medienkonsum betreffend meiner Meinung nach zu weit. Warum soll ein 10jähriger einen eigenen YouTube Kanal besitzen? Wenns darum geht, dass er Videos drehen und schneiden will, darf er das doch gerne tun, ohne dass er alles ins Netz stellt? Bin ich da altmodisch? Vielleicht, aber ich finde sehr wohl, dass es ein gewisses Alter für die verschiedensten Erfahrungen gibt. Und die Kombi von 10 Jahre und YouTube-Channel ist mir trotz oder vielleicht gerade wegen der Frühreife der Kids nicht wirklich geheuer. Wenn ich nämlich nicht aufpasse, verbringen meine Jungs den ganzen Nachmittag damit, sich Rapper mit halbnackten Girls als Drumherum anzugucken. Wenn’s wenigstens anständiger Rock wäre…aber ich schweife ab...Das Buch ist sicherlich von Vorteil, wenn man überhaupt keine Ahnung vom Internet hat, mich hat es über diverse Strecken etwas gelangweilt. Ich bezweifle aber, dass ein Internetanfänger dann gleich soo locker wie beschrieben seinem „Netzgemüse“ (den Kids also) freie Hand geben wird. Gut fand ich die Ansätze von Medienabmachungen mit den Kids, also wer darf wie lange und was warum an die Konsole/PC/iPad/was weiss ich. Einiges davon haben wir schon durch und ich musste beim Lesen ziemlich schmunzeln: z.B Hausarbeitszeit=Spielezeit (Fail), Lernzeit=Spielezeit (Doppel-Fail). Auch wir haben erkannt, dass man den Jungs da etwas Freiheit lassen muss. Ein freundliches „wie lange spielst du noch“ ist um einiges entspannender, als ein rumgebrülltes: „mach die Scheisse jetzt mal aus, ey!“ und das folgende „aber Mama, ich kann hier nicht zwischenspeichern“-Geheule. Erstaunlicherweise nutzen die Jungs meine Frage auch erstaunlich wenig aus. Meistens heisst es dann: „noch 10Min. dann ist das Fifa-Spiel aus“ oder noch dieses Rennen fertig fahren“. Find ich gut und ich bin damit auch in der Mütter-Coolness bei den Kumpels meiner Söhne recht gestiegen. „Was du darfst SELBST bestimmen, wann du ausmachst?!“ Das obercoole „ja, klar“ von JuniorI war unbezahlbar, wissen wir doch beide, dass dies nicht wirklich so stimmt…

Fazit: Entspannende Lektüre, mit sehr lockeren Ansätzen, ganz ok.

Der Gewinner nach Punkten: Digitale Demenz von Manfred Spitzer. 

Und ihr so? Wie handhabt ihr euren Medienkonsum so?

Weihnachts-Challenge

Jedes Jahr, kurz vor Ende November, rufe ich meinen Mann in einer stillen Minute in ein ruhiges Zimmer.

„Challenge?“, flüstere ich verschwörerisch.

„Challenge“, antwortet er und nickt.

Ohne weitere Worte drehen wir uns um, denn ab jetzt gilt es ernst. Da wir vor ein paar Jahren entdeckt haben, dass es sehr viel einfacher ist, sich teure Geschenke zu kaufen, weil man da einfach davon ausgeht, dass der andere Freude daran hat, haben wir unsere ganz persönliche Herausforderung gefunden. An Weihnachten muss/darf ein passendes Geschenk gefunden werden. Und es darf nicht mehr als CHF 30.- kosten. Gar nicht so einfach in unserer teuren Schweiz, wenn man CDs, DVDs und Bücher aussen vor lässt. Und doch ist dies das Päckchen auf das ich mich an Heiligabend am meisten freue. Weil ich nie weiss, was drin sein wird und ich jedes Mal freudig auflache, weil es ganz persönlich und mit viel Liebe für mich ausgesucht wurde. Kleine Geschenke sind einfach schöner als grosse.

Ich finde dies den perfekten Kompromiss zwischen „nichts-schenken“ und „was-superduper-obertolles-kaufen“. Weil, wie es Frau Ute von wer-ist-eigentlich-dran-mit-Katzenklo so schön beschreibt, auch nach vielen Jahren ist es schön, strahlende Männeraugen zu sehen.

Und was schenkt ihr euren Liebsten?

Ärger

Ich bin eine grundsätzlich meistens zufriedene Person. Ich verstehe und will, dass Arbeit bezahlt werden muss und soll, schliesslich will ich für meine Arbeit auch meinen Lohn erhalten. Dank unseren Jobs löst auch nicht gleich jede Rechnung grundlegende Existenzangst aus, dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Aber…

Jeder kennt diese automatischen Garagentüröffner. Nun, mein Mann und ich haben es geschafft, beide innerhalb von Wochenfrist entweder zu verlieren oder funktionsuntüchtig zu machen. Ich habe dann bei der Firma neue bestellt. Diese kamen heute mit einer Rechnung, die mir den Atem raubte. CHF 235.-! Für!zwei!Türöffner! Davon CHF 17.- Porto! Hallo? Die Dinger wurden in einem wattierten Couvert verschickt. Das Porto dafür kostet auch bei unserer völlig überteuerten Schweizer Post gerade mal CHF 2.-(!)

Da ich der Meinung bin, dass verschluckter Ärger Magengeschwüre verursacht, habe ich dort angerufen. Mir ist klar, dass ich die Rechnung so oder so bezahlen muss, aber wenigstens wollte ich den Typen dort auch den Tag vermiesen. Sie nehmen meine Beschwerde zur Kenntnis. HaHa. Denen ist klar, dass man das Zeug sowieso bei ihnen bestellen muss, darum können sie auch solche tränentreibenden Preise verlangen. Für Plastik. Für.ein.bisschen.Plastik!

Könnte ich meditieren, würde/müsste/sollte ich das genau jetzt tun. Was für Ärsche! Ich geh‘ jetzt Schneeschippen. Oder denke an den momentanen Lieblingswitz meiner Jungs:

Warum heisst Bruno Mars nicht Bruno Snickers? Weil er keine Nüsse hat!

Übernachtungsparty

Freitagabend. JuniorII schmeisst seinen Rucksack inkl. Schulmaterial zur Tür herein und brüllt: „Muddi, darf der Sebastian und der Georg gleich zu mir rüberkommen und dürfen wir einen Film schauen und können die zwei dann bei uns schlafen?“

Meine Antwort war kurz und schmerzloshaft: „Nein“.

Gemein, ich weiss, aber ich hasse Übernachtungsgäste. Unsere Wohnung ist zwar ziemlich gross, aber die Anzahl Zimmer und Betten sind die, die sie eben sind. Nicht nur, dass ich abends gerne rumgammle und mich über ein bisschen Ruhe freue, sobald ein anderes Kind da ist, schlafe ich keine Minute. Bei meinen Jungs reagiert mein Körper ganz automatisch, das heisst, ich merke bereits bevor ich richtig aufwache, ob das Husten einfach ein Husten ist oder ob ich zur Rettung meines Kindes aus dem Bett hechten muss. Bei den anderen Kids funktioniert das logischerweise nicht. Und genau das ist das Problem. Ich höre jeden zusätzlichen Atemzug, jedes Drehen, jedes Runterfallen von Plüschtieren, Umdrapieren von Extremitäten und jeden Pups. Jeden.einzelnen. Ich kann dann nicht schlafen. Ich sorge mich, dass das Kind aufs Klo muss und über irgendetwas fällt und sich dabei das Genick bricht. Oder dass es aus einem Alptraum erwacht und nicht weiss, wo es ist und es 1,2 Sekunden dauert, bis ich endlich da bin und es trösten könnte. Oder dass es nachts um 3.34h plötzlich nach Hause will. Sofort. Aber seine Eltern hören das Telefon nicht. Oder dass es schlafwandelt und auf dem Klo auftaucht, wenn ich gerade da drauf sitze. Oder das es so schlimm wird wie das letzte Mal, als das eine Kind absolut nicht im Dunkeln einschlafen konnte und das andere absolut nur ohne Licht. Das sind Dinge, was sag ich, das sind Herausforderungen! Also alles total nachvollziehbare Ängste und Gründe genug, um meinem JuniorII den Abend zu vermiesen.

„Immer muss ich auswärts schlafen gehen, nie darf ich jemanden einladen, alle dürfen alles, ich darf immer nichts!“. Bis hierhin nahm ich’s ziemlich gelassen, dann fing er an zu weinen…so richtig, mit Tränen und Hundeblick und herzerweichend.

Die zwei anderen Jungs kommen dann nächsten Freitag…