Quellfrisch bei: „Saft“kur

Mein Vorsatz für 2014 lautete, mir keinesfalls Vorsätze fürs 2014 zu machen. Das klappte ziemlich gut, bis ich am 30.12. eine Hose aus dem Schrank nahm und sie nicht mehr über meinen fetten Arsch passte ohne Probleme hoch zu ziehen war. Krise! Drama! Ich bin klein und dick und niemand mag mich! Schnurstracks rannte, nein flog, ich ins nächste Reformhaus und holte mir meine Saftkur. Bereits dies ist ja schon Scherz genug. Wer mich kennt weiss, dass ich Essen über alles liebe. Jedes Essen. Alles. Ausser Dosenravioli und Innereien. Bisher war das auch nicht wirklich ein Problem.

Ich habe seit November Tonnen Keksen und Naschereien verputzt. Lindor-Schokokugeln gehören bei mir als Kundenberaterin aus Prinzip ins Auto. Ohne fahre ich gar nicht erst los. Bisher war das auch nicht wirklich ein Problem.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich trinke seit dem 2.1. nur noch meine Säfte. Nur Säfte! Noch morgen den ganzen Tag. Bis gestern lockerflockig. Heute etwas blöd, weil ich langsam Hunger bekomme. Aber hey, ich bin stark! Ich bin schlank! Ich bin schön! Ich bin KONSEQUENT!! Bisher war das wundersamerweise auch nicht wirklich ein Problem.

Und dann kam meine Mutter:

Zopf

Danke Mama, ich geh‘ jetzt heulen…

Advertisements

Neues Jahr, neues Glück

Ich konnte die letzten Tage nicht schreiben, da ich sehr damit beschäftigt war, mich am Leben zu erhalten.

Begonnen hat mein Überlebenskampf am 1.1.13 um ca. 00.02Uhr. Ich möchte betonen, dass wir sehr amüsiert rüber gerutscht sind. Und da ich am Morgen des 31.12. ja noch ziemlich Kapazitäten frei hatte, war es beschlossene Sache, dass wir mit unseren Gästen nicht nur lecker essen-, Feuerwerk zünden und mit Champagner anstossen-, sondern, ganz die italienische Tradition in meinem Genen, Linsen um Mitternacht essen wollten. Mit den Linsen verhält es sich in etwa so, wie mit der roten Unterwäsche. Was muss, das muss. Ich habe also entspannt unter dem strengen Blick meines Mannes („aha, bist du sicher, dass man die genau so…“- „JA!, BIN ICH!“) am Nachmittag des 31.12. die Linsen für Mitternacht vorgekocht. Obwohl ich mir bei der roten Unterwäsche nicht ganz sicher bin, inwiefern die Glück bringen sollte, ausser dass die Ehe- und sonstigen Männer das wohl gerne sehen, ist es bei den Linsen ganz klar. Sie symbolisieren das Geld im neuen Jahr. Viele Linsen = viel Geld. Alles ganz einfach.

Aber lasst uns jetzt den Abend vorspulen und um 00.02h Halt machen. Alle sind glücklich, haben etwas rote Gesichter vom Feiern und dem vielen Essen, loben die Linsen, die excellent schmecken, nur ich huste mir die Seele aus dem Leib. Das klingt, nun, nicht sehr elegant, was auch wirklich schwierig ist, wenn du kurz vor dem Erstickungstod stehst. Wir haben alles versucht, „trink doch was“, auf den Rücken klopfen, Handstand (ok, DAS war ziemlich peinlich, da meine Motivation zur Mitarbeit eher, hm, sagen wir, verhalten war), bis zum Heimlich-Manöver. Die Linse steckte fest. Zum Glück nicht mehr in den unteren Luftwegen. Nein sie entzückte mich die nächsten zwei Tage mit ihrer Präsenz unter meiner Gurgel. Es dauerte geschlagene 48h, bis sich das Ding zersetzt hatte. Ja, schön! Und ich weiss noch immer nicht, was die festgesteckte Linse symbolisch so heissen soll, aufs Geld für 2013 bezogen.

Und jetzt habe ich Pickel, seit einer Woche. Und heute Abend ein wichtiges Geschäftsessen. Das Leben ist schön.

Und ihr so?

Gestern Morgen um 10h in der Schweiz…

Mein Mann und ich mit einer Trilliarde Leute noch bei den letzten Einkaufbesorgungen.

Er: „Du sag mal, was für einen Kuchen wünscht sich der Kleine?“

ich so: „VON WELCHEM KUCHEN SPRICHST DU??!!“

Im ganzen Jahresendestress hatte ich zwar für das leibliche Wohl unserer Gäste gesorgt, auch für die Geburtstagsgäste am 1.1., aber an Kuchen überhaupt nicht mehr gedacht. Kurzer Anruf nach Hause, wo die Jungs friedlich vor sich hinlömmelten.

Ich: Schatzi, was für Kuchen soll Mama denn für deinen Geburtstag backen?

JuniorII: Schokokuchen und Mohn-Marzipan-Kuchen…und…

„Stopp“, schrie ich dazwischen, „das reicht!“

Heute morgen dann der Kleine nach seinem Geburtstagskuss:

„Mama, ich freue mich SO auf mein Lachsbrötchen!“

Ich so: VON WELCHEM LACHS SPRICHST DU?

Mein Mann ist jetzt unterwegs und sucht eine Tanke, die Lachs verkauft.

Mit beileidigend Grüssen an Merle, nur 1.1.-Mütter wissen um unsere Not.